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Wissen, worauf es ankommt 

Kaminöfen – technische Detailfragen

Tipp: Ziehen Sie zur Klärung der hier angesprochenen Fragen auch Ihren Schornsteinfeger zu Rate!

Jeder Kaminofen muss nach der Installation vom zuständigen Schornsteinfeger abgenommen werden. Um dabei keine bösen Überraschungen zu erleben, ist es sinnvoll vor der Anschaffung den Schornsteinfeger einzubeziehen.

Der Schornsteinfeger legt bei der Prüfung der örtlichen Gegebenheiten Wert auf:

  • den baulichen Zustand und die Zugeigenschaften Ihres Schornsteins
  • die technischen Daten, das sind die so genannten Tripelwerte, des für die Anschaffung geplanten Ofens
  • den Brandschutz
  • auf die die Klärung der Frage, ob eine externe Verbrennungsluftzuführung notwendig ist

Außerdem sollte vor dem Kauf die passende Heizleistung für den Raum geklärt werden!

Die Tripelwerte

Die Tripelwerte sind von Ofen zu Ofen unterschiedlich und werden vom Hersteller jeweils für den jeweiligen Ofentyp angegeben.

Der Fachhandel oder auch der Schornsteinfeger kann mit diesen Werten vorab berechnen, ob der Ofen an Ihrem Schornstein gut ziehen wird.

Eine Berechnung wird in der Regel nur dann vorgenommen, wenn der Schornsteinfeger aufgrund der örtlichen Gegebenheiten Bedenken hinsichtlich des Anschlusses eines Kaminofens hat.

Die Trippelwerte bestehen aus:

  • Abgasmassenstrom angegeben in g/s
  • Abgastemperatur angegeben in °C
  • Erforderlicher Förderdruck angegeben in mbar

Abgasmassenstrom
Das im Ofen entfachte Feuer entzieht dem Aufstellraum eine bestimmte Menge Luft (Sauerstoff), die zur Verbrennung benötigt wird. Diese verbindet sich mit den erzeugten Abgasen aus dem Brennstoff. Beides zusammen ergibt den sogenannten Abgasmassenstrom, der durch den Schornstein ins Freie geführt wird. Gemessen wird die in der Zeiteinheit (s) abzuführende Masse (g) der Abgase.

Abgastemperatur
Die Abgastemperatur ist die Temperatur, die die Rauchgase im Rauchrohr der Feuerstelle aufweisen. Die für die jeweilige Feuerstelle angegebene Temperatur wurde von der Prüfstelle bei der DIN-Prüfung des Ofens gemessen.

Erforderlicher Förderdruck
Der Förderdruck bestimmt, wie gut Ihr Schornstein zieht: Durch den Unterschied zwischen Außentemperatur am Schornsteinaustritt und der Raumtemperatur entsteht Unterdruck, der so genannte Förderdruck. Der Förderdruck befördert die Rauchgase durch den Schornstein nach außen – der Schornstein „zieht“. Der für den Betrieb eines bestimmten Ofens notwendige Förderdruck wird jeweils vom Hersteller vorgegeben.

Heizleistung

Wichtig für die Auswahl des passenden Ofens ist auch die Heizleistung des Ofens. Mehr zu diesem Thema finden Sie hier …

Verbrennungsluftzuführung

Externe Verbrennungsluftzuführung bedeutet, dass die Luft für den Brennvorgang außerhalb des Gebäudes angesaugt wird. Dies ist in sehr gut isolierten Räumen – Niedrigenergiehäusern oder auch Wohn-Essküchen, in denen eine Dunstabzugshaube betrieben wird – notwendig. Nähere Informationen zu diesem Thema finden Sie im Kapitel Aufstellung und Betrieb eines Kaminofens.

Prüfzeichen

Im Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) und in der Bundes-Immissonsschutzverordnung (BImSchV) sind die gesetzlichen Grundlagen für den Betrieb von Kaminöfen geregelt. Seit Sommer 2006 müssen alle Kaminöfen ein neues EU-einheitliches Prüfzeichen tragen. Auf den Typenschildern müssen die exakten TÜV-geprüften Werte des jeweiligen Kaminofens angegeben sein. Je nach Ofentyp gelten folgende EU-Normen:

  • EN 13240: Für frei stehende oder einzubauende Feuerstätten (Kaminöfen oder transportable Kamine)
  • EN 13229: Für Feuerstätten (Warmluft-Kamin-Heizeinsätze), die in eine Nische oder in eine Verkleidung eingebaut werden
  • EN 12815: Für Festbrennstoff-Herde, deren Hauptfunktion das Kochen und erst in zweiter Linie die Beheizung des Aufstellraumes ist

Wichtig allerdings: Der Betrieb von Kaminöfen unterliegt kommunalem Recht. Letztlich verbindlich sind deshalb die jeweiligen kommunalen Verordnungen. Schon heute stellen einige deutsche Kommunen deutlich strengere Anforderungen an die Schadstoffemission von Kaminöfen, als die geltende EU-Norm. So verlangt Stuttgart einen CO-Höchstwert von 0,2. In Regensburg und München wird der Betrieb von Kaminöfen nur genehmigt, wenn der CO-Wert unter 0,12 liegt.

 

Weitere Informationen

>> Heizen mit Holz – eine wirtschaftliche Alternative

>> Entscheidungshilfen für die Wahl des richtigen Kaminofens

>> Aufstellung und Betrieb eines Kaminofens



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