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Die kleinen Exoten waren früher durch die weite Reise aus tropischen Regenwäldern bis nach Europa etwas Besonderes und sehr teuer. Mittlerweile stehen dem Blumenfreund dank moderner Zuchtverfahren eine Vielzahl dieser schönen Pflanzen zur Auswahl, die problemlos auf der Fensterbank gedeihen.
Einige kleine Besonderheiten bei der Pflege sind aber zu beachten, damit Sie lange Freude an der Pracht Ihrer Lieblinge haben.

Die meisten Orchideen mögen Fenster, die nach Westen oder Osten zeigen. Hier haben die Pflanzen viel Helligkeit, werden aber mittags nicht direkt vom Sonnenlicht getroffen. Bei zu starker Bestrahlung verbrennen sonst die Blätter! Im Hochsommer sollte man Orchideen in den Schatten einer größeren Pflanze stellen.
Eine wichtige Voraussetzung der Fensterbank ist, dass im Winter die warme Heizungsluft nicht direkt auf die Pflanze strömt, sonst vertrocknet diese sehr leicht. In der Heizperiode kann man die Orchidee einfach besonders dicht an die Scheibe rücken. Im Frühjahr wird sie dann wieder ein Stück in den Raum gezogen, damit sie nicht von der oft schon sehr starken Sonneneinstrahlung verbrannt wird.
Ein Trick für dunklere Nordfenster: Stellen Sie Ihre Orchidee in einen lichtdurchlässigen (Glas-) Übertopf! So bekommen die Wurzeln zusätzliches Licht.
In ihrer Heimat wachsen Orchideen auf Bäumen. Die Wurzeln nehmen einen Teil der benötigten Nährstoffe vom Regenwasser und aus der Luft auf.
Wären sie mit Erde abgedeckt, würden sie innerhalb kürzester Zeit verfaulen. Um die Wurzeln in unserer Wohnung feucht zu halten, benötigt man spezielle Orchideensubstrate. Achten Sie bei dessen Kauf darauf, dass nicht zu viel Torf enthalten ist.
Alle 2-3 Jahre sollten Orchideen umgetopft werden.

Einige Orchideen kommen ursprünglich zwar aus dem feuchten Regenwald, aber können dort nach einem kräftigen Schauer schnell wieder abtrocknen. Es heißt also in unseren Wohnzimmern: mit Bedacht gießen!
Im Winter reicht ein Guss pro Woche aus, im Sommer sollte man 2x pro Woche der Pflanze Wasser zuführen.
Es gibt einen ganz einfachen Trick, wie Sie merken, ob Ihre Orchidee Wasser benötigt: Wenn man den Topf mit der Pflanze anhebt und er erscheint sehr leicht, muss gegossen werden. Das Orchideensubstrat darf zwischen den Güssen deutlich abtrocknen.
Noch eine wichtige Faustregel: Zeigt die Orchidee kein Wachstum, sollte man das Gießen einschränken. Wächst die Orchidee, braucht sie mehr Wasser.
Wenn gegossen wird, sollte dies kräftig erfolgen. Sie können Ihre Orchidee mitsamt Topf auch in einen Eimer mit abgestandenem Leitungswasser oder – im Idealfall – Regenwasser mit Zimmertemperatur tauchen. Das Wasser sollte unten aus dem Topf herauslaufen. Auf keinen Fall sollte die Pflanze in überschüssigem Wasser stehen. Staunässe ist tödlich für die Wurzeln, die verfaulen würden! Es sollten keine Wassertropfen auf der Pflanze zurückbleiben. Dies führt zur Verbreitung von Pilzen, die man an der Verfärbung der Blätter erkennen kann.

Auch hier gibt es eine einfache Regel:
Bildet Ihre Orchidee einen neuen Trieb oder ein neues Blatt, sollte gedüngt werden. Wächst die Orchidee nicht, verzichtet man besser darauf. Das Wachstum der meisten Orchideen ist vom Frühling bis zum Herbst. In dieser Zeit sollte alle 2-4 Wochen gedüngt werden. Im Winter ist die Düngung stark zu reduzieren.
Orchideendünger sind in ihrer Nährstoffzusammensetzung ideal auf die Bedürfnisse der kleinen Schönheiten abgestimmt. Sie sind stärker verdünnt als andere Düngersorten. Überschreiten Sie die auf der Packung angegebene Menge auf keinen Fall; eher ist es sinnvoll, nur mit halber Konzentration zu düngen.
Die meisten Orchideen haben im Laufe eines Jahres eine Ruhepause (oftmals im Winter), in der sie weder wachsen noch blühen. In dieser Ruhepause sollte nur sehr wenig gegossen werden. Die Temperatur sollte hier auch deutlich niedriger liegen als in der Zeit des Wachstums. Das Düngen ist ganz einzustellen.
Gönnt man der Pflanze ihre Ruhepause nicht, bilden sich zwar viele Blätter aus, aber keine Blüten! Manche Orchideen verlieren in dieser Zeit ihre Blätter. Gelbe Blätter sollte man regelmäßig, aber nicht mit Gewalt entfernen. Diese kann man ganz einfach durch leichtes Ziehen lösen. Der Einsatz einer Schere ist überflüssig. Diese Ruhepause endet mit einem Neutrieb oder der Bildung einer Blüte.
Ein wichtiges Kaufargument für Orchideenliebhaber: Die Gattung Phalaenopsis macht keine Ruhezeit durch.
