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Ein Kinderspiel für den Heimwerker!

Fliesen verlegen

Am Anfang steht die Wahl der richtigen Fliesen. Diese unterscheiden sich in ihrer Abriebklasse. Abriebklasse 1 steht z. B. für Wand- und Bodenfliesen, die wenig Beanspruchungen ausgesetzt sind, 5 für Fliesen, die im Außenbereich Wetter- und Temperatureinflüssen standhalten können. Unsere Fachkräfte in der Fliesenabteilung beraten Sie gerne bei der Auswahl der richtigen Abriebklasse für Ihren Anwendungsbereich. Ebenso empfehlen wir Ihnen gerne auch die passende Mörtelsorte und den richtigen Fliesenkleber für Ihr Projekt.

 Untergrund vorbereiten

Haben Sie die richtigen Fliesen gefunden, können Sie damit beginnen, den Untergrund, auf dem gefliest werden soll, vorzubereiten. Dieser sollte ebenflächig und trocken sein und dem Gewicht der Fliesen standhalten. Ebenso ist es wichtig darauf zu achten, dass alle haftmindernden Stoffe entfernt und Risse ausgeglichen werden. Loser Untergrund muss beseitigt werden; so muss zum Beispiel lockerer Putz abgeschlagen werden.

Anschließend sollte man den Untergrund ordentlich mit einem Besen reinigen. Besteht der Untergrund aus einem stark saugenden Material wie Trockenestrich oder Gipsplatten, muss eine Grundierung aufgebracht werden, da die Fliesen sonst später nicht ausreichend haften. Bei Fliesen, die im Nassbereich angebracht werden sollen, empfiehlt sich ein zusätzlicher Abdichtungsanstrich oder zumindest stark wasserabweisender Fugenmörtel. Falls an der gewünschten Stelle bereits alte Fliesen vorhanden sind, können diese normalerweise als Untergrund verwendet werden. Sie sind bereits ebenflächig und erübrigen somit eine langwierige Aufbereitung des Untergrundes.

Natürlich muss das dadurch verkleinerte Innenmaß des Raumes bedacht werden. Besteht der Untergrund aus Putz, sollte dieser ausreichend stark (mind. 1 cm) sein. Ein Kalkmörteluntergrund hingegen eignet sich gar nicht zum Verlegen von Fliesen. 

Planung der Dehnfugen

Falls Sie vorhaben, größere Flächen zu verfliesen, sollten Sie mindestens alle 20 Quadratmeter eine Dehnfuge einsetzen. Auch bei Durchgängen müssen Dehnfugen geplant werden, um die Bewegungen des Gebäudes und Materialschwund überstehen zu können. Eine Dehnfuge setzen Sie am besten mit einem dauerelastischen Profil ein. Wir haben Profile für nahezu jedes Anwendungsgebiet vorrätig.

Ein solches Profil wird einfach unterhalb der Fliese bis zum tragenden Untergrund oder zur Abdichtung angebracht. Sind in der Gebäudekonstruktion schon Dehnfugen vorhanden, z. B. zwischen Betonfertigteilen, muss hier selbstverständlich ebenso eine Dehnfuge im Fliesenbelag eingebaut werden. Ebenso empfiehlt es sich, Randfugen zwischen Fliesenbelag und Mauerwerk zu erstellen, um unterschiedlichen Bewegungen der Materialien nachgeben zu können. Bei Wandfliesen gehen Sie reihenweise von oben nach unten vor und schneiden in der untersten Reihe die Fliesen passend ab. Die Schnittkante sollte beim Einsetzen der Fliesen nach unten zeigen.

Bei Bodenfliesen sollte der Fugenverlauf vorher genau geplant werden. Am besten orientiert man sich an einer mittig im Raum ausgerichteten Richtschnur. Dadurch wirkt der Fugenverlauf später gerade. Dieser Verlauf sollte bei angrenzenden Räumen fortgeführt werden, falls dort ebenfalls Fliesen aufgebracht werden sollten. Beim Verlegen der Fliesen ist darauf zu achten, dass sie vollflächig und hohlraumfrei mit dem Untergrund verbunden werden. Dadurch wird vermieden, dass sich hinter dem Fliesenbelag Feuchtigkeit bilden kann. Am besten verwenden Sie hierfür fließfähigen Fließbettmörtel. 

Fliesenlegen

Um eine Fliese aufzubringen, muss man zunächst mit einer Glättkelle den entsprechenden Kleber oder Mörtel grob auf dem zu bearbeitenden Abschnitt verteilen. Anschließend wird mit einem Zahnspachtel dafür gesorgt, dass der Kleber oder Mörtel an jeder Stelle die gleiche Stärke aufweist. Es gibt unterschiedlich große Zahnspachtel - je nach Anwendungsgebiet. Für normalgroße Ffliesen empfiehlt sich ein Spachtel mit 6 Millimeter Zahntiefe. Auch hier beraten Sie unsere Fachkräfte gerne.

Beim Aufbringen des Mörtels sollte man nie mehr Fläche vorbereiten, als man in ca. fünfzehn Minuten bearbeiten kann, sonst kann eine feste Verbindung nicht gewährleistet werden.

Die Fliese selbst sollte man vor dem Anbringen ebenfalls mit einer dünnen Schicht Mörtel bestreichen und dann die Fliese ins Mörtel- oder  Kleberbett einschieben. Dies geschieht, indem man sie ca. fünf Millimeter neben der optimalen Position auflegt und dann in ihre endgültige Lage schiebt. Durch diese Bewegung bildet sich die benötigte, vollflächige Verbindung zwischen Fliese, Haftstoff und Untergrund. Bei kleineren Mosaiken und Ähnlichem sollte man durch leichtes Klopfen mit einem Holzstück und einem Gummihammer etwas nachhelfen.

Fliesen zuschneiden

Fliesen, die an Kanten abgeschnitten werden müssen, werden erst ausgemessen und dann mit einem Bleistiftstrich entlang der Schnittkannte versehen. Anschließend mit dem Fliesenschneider entlang dieser Markierung die Fliese vorritzen und mit der Pressvorrichtung des Fliesenschneiders vorsichtig an mehreren Stellen mit Druck belasten. Bei dicken Fliesen ist es sinnvoll die Markierung vorher mit einem Handglasschneider deutlich einzuritzen.
Benötigen Sie an einer Stelle einen Ausschnitt in einer Fliese, z. B. bei Wasseranschlüssen, muss die Stelle, nachdem sie entsprechend markiert wurde mit einem Steinbohrer perforiert werden. Das Loch lässt sich anschließend ausbrechen. Überstehende Kanten können mit einer Wasserpumpenzange vorsichtig entfernt werden.

Fliesen verfugen

Zum Anmischen des Fugenmörtels sollte man die Herstellerangaben beachten. Bei Bodenfliesen kann die Mischung etwas flüssiger sein als zur Wandverfliesung. Dadurch wird das Arbeiten erleichtert.

Mit einem Gummiwischer wird der Fugenmörtel senkrecht zur Fuge eingeschlämmt und in die Fuge gepresst. Danach das überschüssige Material abziehen. Sind alle Fugen verschlossen und angetrocknet, wird der restliche Mörtel mit einem feuchten Schwamm von den Fliesen abgewischt. Hierbei mit dem Schwamm den Fugenverlauf nachfahren, damit die Fugen geglättet und offene Poren geschlossen werden. Hierbei können Löcher mit dem restlichen Fugenmörtel geschlossen und ausgebessert werden. Danach sollten Sie noch alle Fugen, die mit Wasser in Kontakt kommen könnten, wie z. B. an einer Duschwanne, mit Silikon abdichten.

Am nächsten Tag sollte man noch einmal die Fliesen mit einem weichen, trockenen Tuch reinigen. Mörtelreste lassen sich nach dieser Zeit nur noch sehr mühsam entfernen.



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